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Suchtpräventionstage an der Johannesschule Meppen

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„Seit dem Jahr 2006 arbeiten wir mit unseren Schülerinnen und Schülern verstärkt im Bereich der Suchtprävention.“, teilt Veronika Rosken, die Initiatorin des Projekts mit. Unterstützt wird die Johannesschule von 17 externen Mitarbeitern aus den verschiedensten Einrichtungen des Emslandes. Die Berater knüpfen an eigene Erfahrungen an und gestalten mit den Johannesschülern der Klassen 5–9 eine besondere Form von Unterricht. Die Schulsozialarbeiterin, Uta de Kruijff, plant und begleitet das Projekt, das jedes Jahr in der 3. Februarwoche stattfindet.

In diesem Jahr waren insgesamt 25 Klassen beteiligt. „Nachhaltigkeit können wir aber nur durch eine engmaschige Unterstützung und Weiterführung durch die Klassenlehrer erreichen“, meint Frau Rosken.

In den Klassen 5 steht das Thema „Rauchen“ auf dem Plan. Mitarbeiter des Diakonischen Werks kommen mit den Schülern ins Gespräch. Sie versuchen die Schüler z. B. dafür zu sensibilisieren, warum Menschen rauchen. In einem offenen Gesprächskreis berichten die Schüler über eigene Erfahrungen mit dem Rauchen in der Familie und im Bekanntenkreis. Aber um auf die Gefahren hinzuweisen, reicht es nicht aus über Suchtmittel und deren Wirkungsweise zu informieren. Die Klasse 5D führte mit ihrer Klassenlehrerin, Elisabeth Wichmann, einen Versuch durch: „Was ist drin im Zigarettenrauch?“ Die erste Reaktion der Schüler war: „Iihh, das kommt trotz des Filters in eine menschliche Lunge?“ Teer wurde als Bestandteil einer Zigarette für alle Schüler sichtbar nachgewiesen. Die Schüler waren erschrocken über die Auswirkungen des Rauchens auf den menschlichen Körper. Tim meinte:“ Nein, ich will nie rauchen!“

Die Klassen 6 wies Herr Bruns von der Polizei Meppen auf die Gefahren des Internets hin. Die Schüler hörten aufmerksam zu, als er über Strafmündigkeit, soziale Netzwerke wie Schüler VZ, Facebook und Cybermobbing sprach. Zur Festigung durchliefen die Sechstklässler unter Anleitung von Frau Kleene vom Landkreis Emsland und den schuleigenen Scouts den Facebook-Parcours. Herr Gehrs vom Kreuzbund warnte die Schüler der Klassen 7 vor den Gefahren des Alkohols als die legitimste Droge der Welt. Jugendlichen machen immer früher Erfahrungen mit Alkohol und anderen Suchtmitteln. Lag vor 20 Jahren das Alter der Erstkonsumenten im Durchschnitt noch bei 15 Jahren, so liegt es heute bei 11- 13 Jahre. Tina wollte wissen: „Wie gelangt man in eine Abhängigkeit von Alkohol und wie könnte ich meinem Freund helfen?“ Das Gefühl „cool“ zu sein und dadurch Anerkennung zu erhalten, steht für viele Jugendliche im Vordergrund. In der Kleingruppenarbeit konnten die anonymen Alkoholiker durch ihre persönlichen Erfahrungen Betroffenheit bei den Schülern auslösen.“
Das KomA-Team vom Landkreis Emsland arbeitete mit den Klassen 8 zum Thema „Kontrollierter Umgang mit Alkohol“. In Kleingruppen wurden Partyerfahrungen ausgetauscht. Es ging um die Frage: „Wie nehme ich das andere Geschlecht wahr, wenn ich unter Alkoholeinfluss stehe?“ Die Schüler hatten die Möglichkeit ihren Alkoholkonsum des letzten Wochenendes in einen Promillewert umzurechnen. Die Ergebnisse sorgten bei nicht wenigen für Erstaunen.

In den Klassen 9 nahm Frau Krings vom SKM Lingen Konsumverhalten unter die Lupe und gab praktische Tipps zum Umgang mit Geld. Nora will in Zukunft Käufe auf „Pump“ vermeiden und ihre finanziellen Möglichkeiten genau im Blick haben. Jens gab zu, welch große Wirkung die Werbung mit ihren Werbestrategien auf ihn hätte.

Im Kunstraum ging es in Quizspielen mit Frau Vorjans rund um das Thema „Glücksspiel“. Die unterschiedlichen Facetten der Sucht nahmen die Schüler mit Interesse auf, aber auch mit Betroffenheit.
Frau Rosken und Frau de Kruijff bedankten sich nach den gelungenen drei Tagen bei allen Verantwortlichen und hoffen auf fortwährende Kooperation in den nächsten Jahren.