Hallo lieber Gast!

Sie sind Besucher 1.959.443 dieser Seite.

"Schüler stark machen fürs Leben"

zurück

Bild #6661
Suchtprävention 2017 vergrößern

Nachhaltigkeit in der Suchtprävention an der Johannesschule durch externe Berater.

"Mehr als zehn Jahre arbeiten wir zusammen mit unseren Schülerinnen und Schülern verstärkt im Bereich der Suchtprävention:", teilt Veronika Rosken, die Initiatorin des Projekts anlässlich der Suchtpräventionswoche vom 06.03.2017–09.03.2017 an der Johannesschule mit. Unterstützt wird die Johannesschule von externen Mitarbeitern aus verschiedenen Einrichtungen des Emslandes.
Die Schulsozialarbeiterin, Uta de Kruijff, plant und begleitet das Projekt, das jedes Jahr Anfang März stattfindet.
Da Suchtberatung sehr vielseitig ist, ist es notwendig, sie breit gefächert auszulegen und in vielen Bereichen des Umfeldes von Jugendlichen anzusiedeln. Die Themen reichen von Rauchen über soziale Netzwerke und Cybermobbing, Gefahren von Drogen, dem kontrollierten Umgang mit Alkohol bis zum Glücksspiel und dem Umgang mit Geld.

In den Klassen 5 steht das Thema "Rauchen" auf dem Plan. Um auf die Gefahren hinzuweisen, reicht es nicht aus über Suchtmittel und deren Wirkungsweise zu informieren. Die Schüler führten Versuche durch: "Was ist drin im Zigarettenrauch?" Teer wurde als Bestandteil einer Zigarette für alle Schüler sichtbar nachgewiesen. Die Schüler waren erschrocken über die Auswirkungen des Rauchens auf den menschlichen Körper. "Nein, ich will nicht rauchen!", äußerten viele Schüler nach dem Versuch.

Herr Bruns von der Polizei wies die Klassen 6 auf die Gefahren des Internet hin. Die Schüler hörten aufmerksam zu, als über Strafmündigkeit, soziale Netzwerke wie Schüler VZ, Facebook und Cybermobbing gesprochen wurde.

Im Rahmen der Suchtpräventionswoche der Johannesschule hat Frau Rolfes von der Fachambulanz Sucht Emsland der Diakonie mit den 7. Klassen zum Thema "Umgang mit Drogen" gearbeitet. Durch ein Namenassoziationsspiel wurden die ersten Substanzen von den Schülerinnen und Schülern benannt und erläutert. Zudem schauten sich die Jugendlichen auch die Folgen süchtigen Verhaltens genauer an. Die Jugendlichen waren erstaunt von wie vielen Substanzen, aber auch Verhaltensweisen Menschen abhängig werden können und was das für die Betroffenen, und auch Angehörigen bedeutet.
Im zweiten Schritt durften die 7. Klässler Aufgaben mit der Rauschbrille bewältigen. Die Rauschbrille simuliert einen Promillewert von 1,3. Die Schülerinnen und Schüler waren sehr erstaunt über die Veränderung der Bewegungsabläufe, auch über die eigene Wahrnehmung. Zum Beispiel konnten sie mit der Brille einen zugeworfenen Ball nicht auffangen, oder auf dem Boden liegendes Kleingeld nicht mehr aufheben.
Als Folge mussten sie feststellen, wie gefährlich es ist alkoholisiert Fahrrad zu fahren oder sich unter Alkoholeinfluss im Straßenverkehr zu bewegen.

"Kaufen auf Pump–warum soll das nicht funktionieren?", war eine der vielen Fragen, über die sich Frau Fickers (SKM–Sozialdienst katholischer Männer) mit den Schülern der achten Klassen austauschte. Die Schüler bekamen praktische Hinweise zum verantwortungsvollen Umgang mit dem eigenen Geld, wie sie Schulden vermeiden können oder aus der Schuldenfalle wieder herauskommen. Die Frage "Wofür gebe ich eigentlich Geld aus?" und "Wie behalte ich einen Überblick über meine Ausgaben?" standen im Zentrum. Thema waren neben Suchten auch Smartphones und Markenklamotten. Es stellte sich heraus, dass Jugendliche oft keine Ahnung haben, was zum Beispiel Lebensmittel kosten. Wie hoch ist der Preisunterschied, wenn ich ein belegtes Brötchen beim Bäcker kaufe oder wenn ich selbst Zuhause eins belege?

Gewarnt wurde vor unüberlegten Käufen und Vertragsabschlüssen. Nach Umfragen in den Klassen ist der Umgang mit Geld in eigenen Familien ein Tabuthema. Nur im Gespräch und im Austausch über Geldangelegenheiten können Kinder lebenstüchtig gemacht werden.

In den neunten Klassen wurde u.a. das Thema "Glücksspielsucht" bearbeitet. Mithilfe des Suchtsacks, in dem diverse Gegenstände (Alkoholflasche, Computerspiel, Würfel und Gutenschein), die an Suchtmittel erinnern, ein Einstieg in das Thema geschaffen. Die Schüler erfuhren, wovon man abhängig werden kann. Das KomA Team machte durch Beispiele anschaulich, welche Faktoren insbesondere in die Alkoholsucht führen können und welche Folgen durch missbräuchliches und abhängiges Konsumieren entstehen können. In einem Gruppenspiel "Der große Preis" ging Frau Vorjans (Caritas) vertiefend auf das Thema "Glücksspiel" ein.

Den Schülern wurden Zusammenhänge aufgezeigt, die nicht nur die Gefahren des eigentlichen Glückspiels beinhalten; vielmehr wurde anhand einfacher Beispiele aus dem täglichen Leben deutlich gemacht, dass der Umgang mit Geld das A und O ist.

In diesem Jahr waren insgesamt 22 Klassen beteiligt. Nachhaltigkeit können wir aber nur durch engmaschige Unterstützung und Weiterführung durch die Fach- und Klassenlehrer sowie die Schulsozialarbeit erreichen und natürlich durch vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Eltern, meint Frau Rosken.